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Familiengrab Müller

Karl-Heinz Müller
Karl-Heinz Müller
*12/03/1930 †05/11/2015
Elisabeth Müller
Elisabeth Müller
*24/08/1935 †14/02/2022
Maria Müller
Maria Müller
*02/05/1962 †20/09/1980
Hans Müller
Hans Müller
*10/10/1960 †03/01/2024
Friedrich Schmidt
Friedrich Schmidt
*05/01/1910 †22/11/1990
Karl-Heinz Müller

Karl-Heinz Müller

* 12/03/1930 in Berlin† 05/11/2015 in München
Ein Leben voller Arbeit, Hingabe für die Familie und die Liebe zum alpinen Wandern. Gründer der Müller & Söhne Schreinerei.

Bilder des Lebens

Erinnerungen & Memoiren

Karl-Heinz wuchs in den schweren Jahren des Berliner Wiederaufbaus auf. Sein erster Hobel, den er von seinem Vater bekam, legte den Grundstein für seine lebenslange Leidenschaft für Holz.
1958 gründete er mit nichts als seinem Meisterbrief die Schreinerei in München. Er war bekannt dafür, dass er jedes Möbelstück mit einer kleinen versteckten Signatur versah.
Karl-Heinz war kein Mann der großen Worte, aber wenn er einem Lehrling die Hand auf die Schulter legte und sagte: „Das passt, Bub“, dann wog das mehr als jedes Zeugnis. Er brachte Generationen von Schreinern bei, dass man Holz nicht zwingen kann – man muss mit seiner Maserung arbeiten, nicht gegen sie.
In seinen späten Jahren baute er für jedes seiner Enkelkinder eine kleine Schatulle. Erst Jahre später entdeckten sie, dass jedes dieser Erbstücke ein doppeltes Bodenfach besaß. Darin fand sich stets eine handgeschriebene Notiz mit dem Satz: „Bau dir dein Leben stabil, aber lass immer Platz für ein kleines Geheimnis.“
Jeden Sonntag, pünktlich um 14 Uhr, schnürte er seine Wanderstiefel. Es ging nicht um die Distanz, sondern um das Beobachten. Er konnte an der Rinde eines Baumes erkennen, wie hart der nächste Winter werden würde. Der Wald war für ihn wie ein offenes Buch, in dem er bis zu seinem letzten Tag las.
Elisabeth Müller

Elisabeth Müller

* 24/08/1935 in Hambrug† 14/02/2022 in München
Die Seele der Familie. Lehrerin aus Leidenschaft und eine Gärtnerin, die jeden Zweig zum Blühen brachte.

Bilder des Lebens

Erinnerungen & Memoiren

Sie traf Karl-Heinz bei einem Urlaub an der Alster. Es war Liebe auf den ersten Blick, die 60 Jahre hielt. Ihr Geheimnis? "Niemals zerstritten schlafen gehen."
Ihr Garten war ihr Heiligtum. Jedes Enkelkind hat bei ihr gelernt, wie man Tomaten zieht und dass man mit Pflanzen sprechen muss.
Elisabeths Küche war das wahre Zentrum des Hauses. Wenn der Duft von Schweinebraten und frisch gezogenen Knödeln durch den Flur zog, verstummten alle Sorgen. Sie hatte das seltene Talent, am Tisch eine Atmosphäre zu schaffen, in der selbst der älteste Familienzwist bei einem Stück Apfelstrudel vergessen war.
Im Herbst begann Elisabeths „Rettungsmission“. Jede empfindliche Pflanze wurde mit Jutesäcken und Stroh liebevoll eingepackt, als wären es ihre eigenen Kinder. Sie lehrte uns, dass Geduld die wichtigste Zutat im Garten ist: „Man kann das Wachstum nicht beschleunigen, man kann nur den Boden bereiten.“
Bevor sie sich ganz dem Garten widmete, war Elisabeth eine geschätzte Grundschullehrerin. Noch Jahrzehnte später sprachen sie ehemalige Schüler im Dorf an und bedankten sich für ihre Sanftmut. Sie brachte ihnen nicht nur Lesen und Schreiben bei, sondern vor allem den Respekt vor der Natur und dem Nächsten.
Maria Müller

Maria Müller

* 02/05/1962 in München† 20/09/1980 in Paris
Viel zu früh von uns gegangen. Eine begabte Malerin, die die Welt in Farben sah, die andere nicht einmal benennen konnten.

Bilder des Lebens

Erinnerungen & Memoiren

Maria zog nach dem Abitur nach Paris, um Kunst zu studieren. Ihre Briefe nach Hause waren kleine Kunstwerke, verziert mit Skizzen der Seine-Ufer.
Auch wenn ihr Leben kurz war, hinterließ sie über 200 Gemälde, die heute im Wohnzimmer der Familie ihren Platz haben.
Mit nur 17 Jahren hatte Maria ihre erste kleine Ausstellung in einer Münchner Hinterhof-Galerie. Die Kritiker waren verblüfft von der Reife ihrer Farbwahl. Sie verkaufte kein einziges Bild – nicht, weil niemand sie wollte, sondern weil sie sich von keinem ihrer „Kinder“, wie sie ihre Leinwände nannte, trennen konnte.
In ihrem Nachlass fanden sich Dutzende Skizzenbücher. Besonders bewegend sind die Porträts von schlafenden Menschen in der Pariser Metro. Maria hatte die Gabe, die Einsamkeit und gleichzeitig die Würde der Fremden einzufangen, die für einen Moment in der Dunkelheit der Tunnel nebeneinander saßen.
In ihren letzten Briefen aus Paris schrieb sie viel über das Licht der Alpen. Ihre letzten Werke wurden heller, fast ätherisch. Sie versuchte, das spezifische Gold des Sonnenuntergangs über dem Wendelstein auf Pariser Leinwände zu bannen – eine Brücke aus Farbe zwischen ihrer alten und ihrer neuen Welt.
Hans Müller

Hans Müller

* 10/10/1960 in München† 03/01/2024 in Kiel
Den Bergen entflohen, um das Meer zu finden. Kapitän, Weltenbummler und leidenschaftlicher Erzähler von Seemannsgarn.

Bilder des Lebens

Erinnerungen & Memoiren

Hans übernahm zwar die Schreinerei, aber sein Herz gehörte dem Wasser. Jede freie Minute verbrachte er auf seinem Boot "Elisabeth II".
Mit 55 Jahren erfüllte er sich seinen Traum: Einmal den Atlantik überqueren. Die Postkarten aus der Karibik kamen monatelang verspätet an.
Mitten im Atlantik, drei Tage vor den Azoren, geriet Hans in einen schweren Sturm. Während die Wellen über das Deck brachen, blieb er ruhig. Er erzählte später, er habe in diesem Moment die Stimme seines Vaters gehört, die ihm sagte: „Halt das Steuer fest, der Wind bestimmt zwar die Richtung, aber du bestimmst den Kurs.“
Der Tag, an dem Hans die Werkstatt seines Vaters endgültig verkaufte, um das Segelboot zu finanzieren, war der schwerste und zugleich befreiendste seines Lebens. Er legte seine Werkzeuge ordentlich in den Schrank, schloss die Tür ab und weinte nicht. Er wusste, dass Karl-Heinz stolz darauf gewesen wäre, dass er seinen eigenen Traum verfolgte.
In Kiel fand Hans schließlich seinen Frieden. Er verbrachte seine letzten Jahre damit, jungen Menschen das Segeln beizubringen. Er lehrte sie nicht nur Knoten und Navigation, sondern auch Demut vor der Unendlichkeit des Meeres. Sein Blick war bis zum Schluss auf den Horizont gerichtet, immer bereit für die nächste große Reise.
Friedrich Schmidt

Friedrich Schmidt

* 05/01/1910 in Hamburg† 22/11/1990 in Hamburg
Vater von Elisabeth. Archivar und Historiker. Ein Mann, der wusste, dass die Zukunft nur versteht, wer die Vergangenheit kennt.

Bilder des Lebens

Erinnerungen & Memoiren

Friedrich verbrachte sein halbes Leben im Hamburger Staatsarchiv. Er konnte Handschriften aus dem 16. Jahrhundert lesen, als wären es moderne Zeitungen.
Für seine Enkel war er der "wandelnde Duden". Er korrigierte sanft jedes falsche Wort und belohnte Wissen mit Marzipan aus Lübeck.
Friedrich entdeckte bei einer Recherche im eigenen Familienkeller eine Kiste mit Briefen aus der napoleonischen Zeit. Für ihn war das wertvoller als Gold. Er verbrachte Monate damit, die verblasste Tinte zu entziffern, und rekonstruierte so eine Liebesgeschichte, die sonst für immer im Dunkeln der Geschichte verschwunden wäre.
Sein Arbeitszimmer war ein Labyrinth aus Papier, doch er wusste auf den Millimeter genau, wo jedes Dokument lag. Er pflegte zu sagen: „Ein unordentlicher Schreibtisch ist ein Zeichen von Kreativität, aber ein unordentliches Archiv ist ein Verrat an der Wahrheit.“ Diese Integrität war sein Markenzeichen.
Friedrich glaubte fest daran, dass ein Name mehr ist als nur eine Bezeichnung. Er erforschte die Etymologie jedes Familiennamens im Dorf und hielt oft kleine Vorträge beim Stammtisch. Er schenkte den Menschen ihre eigene Geschichte zurück und gab ihnen damit ein Gefühl von tiefer Verwurzelung und Identität.
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